Reduzieren. Wasser und ein bisschen salzige Brühe. Wer fastet, beschränkt die Nahrungsaufnahme vorübergehend auf das Wesentliche. Das wirkt weit über die Zeit des Fastens hinaus. Es reinigt nicht nur den Körper, sondern auch die Sinne. Wer fastet, trainiert seine Geschmacksnerven. Nach dem Fasten schmecken Nahrungsmittel anders. Fasten ist also nicht etwa Verzicht, sondern Bereicherung. Es geht dabei um Reduzieren, um das Wiederentdecken des Wesentlichen. Genauso ist es auch bei Architektur. Die Frage, was ist wirklich wesentlich für ein Gebäude, treibt uns jeden Tag um. Klarheit und Einfachheit müssen wir uns immer wieder erarbeiten. Und unsere Sinne dafür immer wieder schärfen. Wesentlich sind nicht nur die offenkundig großen Fragen wie ein Grundriss oder ein Material, sondern auch die vermeintlich kleinen wie die Position einer Fuge. Wasser und Brühe sind ein Genuss. Klare Gebäude sind es auch.