Biosphäre | Oppenheim

neubau des landesumweltamtes

Der elliptische Grundriss verbindet die wirtschaftliche Ausnutzung des unregelmäßig geschnittenen Grundstücks mit einer einprägsamen Großform. Durch die kuppelförmige Überwölbung entsteht ein Baukörper mit einem nahezu optimalen Verhältnis von Hüllfläche zu umschlossenem Volumen. Durch die gläserne Haut entsteht ein effektiver Lärmschutz gegenüber der nahegelegenen Bundesstraße und Bahntrasse.

Das Innenklima gestaltet sich ohne besonderen Aufwand das ganze Jahr hindurch angenehm. Die äußere Form setzt den Kaltluftströmen nur einen geringen Widerstand entgegen und mildert gleichzeitig den Maßstabsprung der geforderten Neubaumassen in Bezug zur bestehenden Bebauung. Die Vor- und Rücksprünge der inneren Struktur dienen gleichfalls der maßstäblichen Vermittlung.

Auch die Freiraumplanung folgt dem Ziel der Integration: Der Übergang von Kuppel zu Gelände erfolgt in Form eines angeböschten Erdwalls; die lockere Bepflanzung des verbleibenden Grundstücks findet ihre Entsprechung in der naturnahen Ausbildung der Innenhöfe. Die mäandrierende Form der Büroriegel schafft innen wie außen abwechslungsreiche Räume. Die vier um den zentralen Platz gruppierten Stirnseiten bilden hierbei natürliche Adressen für die Ämtergruppen, was die interne Erschließung effektiv und für den Besucher übersichtlich gestaltet.

Zwei konzentrische Stützenkränze gliedern das Tragwerk der Glaskuppel in drei Bereiche: Die Überdeckung des Atriums und zwei unterschiedlich tiefe Ringe, von denen der äußere die auswärts orientierten Höfe und der innere die Bürogebäude überspannt. Diese Teilung bietet neben der Minimierung der Trägerquerschnitte die Möglichkeit, die Außenhaut in besagten Bereichen unterschiedlich zu behandeln. Der innere Ring bildet hierbei eine Sonderfläche, die im Bereich über den Bürodächern mit Lamellen überdeckt ist, durch welche die Abluft aus der Laborebene ohne außen sichtbare Aufbauten abgeleitet werden kann. Der übrige Teil dieser Fläche steht für Photovoltaik zur Verfügung.

Sämtliche Decken sind in Ortbeton vorgesehen, um potentielle Speichermassen zu erhalten und die Voraussetzungen zur natürlichen Bauteiltemperierung zu schaffen. Auf Abhangdecken wird verzichtet, um diesen Ansätzen nicht entgegen zu arbeiten. Die Fassaden sind Pfosten-Riegelkonstruktionen aus Holz mit einfacher Glasausfachung, die sich zusammen mit der gläsernen Kuppel zu einem zweischaligen Fassadenaufbau ergänzen. Für den Innenausbau sind soweit wie möglich heimischen Hölzern vorgesehen, deren Oberfläche frei von Lacken bleibt.

referenz

Stadtplanungsamt Oppenheim



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