Vitusbad | Mönchengladbach

neubau des zentralbads

Für eine nachhaltige Aufwertung des Standortes "City-Ost" bestehen beste Voraussetzungen: die zentrale Innenstadtlage im Herzen von Mönchengladbach bietet eine gute Infrastruktur sowie eine hervorragende Anbindungssituation über den direkt benachbarten Bahnhof mit Busanbindung. Dem geplanten Zentralbad kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle als Impulsgeber und Schrittmacher der geplanten Entwicklung zu. Wesentliche Gesichtspunkte für unsere Interpretation der Rahmenplanung sind die Anbindung des neuen Stadtgebiets an den heutigen Innenstadtkern im Norden der Bahntrasse und der Umgang mit dem südlich anschließenden Grünzug "Pesch". Der Anspruch, das Planungsgebiet unverwechselbar zu prägen, setzt sich in der Außenraumgestaltung fort. Dies beginnt mit der Ausbildung klarer Wegebeziehungen. In der Verlängerung der Bahnhofspassage wird ein Boulevard geschaffen, der die Anbindung des Planungsgebietes zur derzeitigen Innenstadt inszeniert und seinerseits in den von Süden ankommenden Grünzug "Pesch" weiterleitet. Quer zu dieser ersten wichtigen Verbindung verläuft ein zweiter Boulevard, der sich als zentrale Achse durch das gesamte "City-Ost"-Gebiet zieht.

Unter dem Leitbild vom "Fels in der Brandung" wird die Gestaltung auf zwei gegensätzliche Elemente reduziert, die in ihrem Zusammenspiel sämtliche räumlichen, funktionalen und emotionalen Anforderungen an ein Schwimmbad erfüllen. Der monolithische "Fels", ein schweres und in weiten Teilen geschlossenes Element im Herzen der Anlage, steht mit seiner hohen Dichte für kompakt organisierte und hocheffizient angeordnete Funktion, hervorragende Orientierung, leichte Erreichbarkeit von allen Seiten und nicht zuletzt das Aus- und Überblickserlebnis von oben. Der Gipfel des Felsens ist bewachsen - der kontemplative Dachgarten ergänzt den "landschaftlichen" Gebäudeansatz um das Thema "Grünraum". Der Fels ist natürlich von Menschenhand geschaffen! Als architektonisches Objekt versucht er nicht, Natur zu imitieren, sondern setzt natürliche Materialien in gegenwärtiger Bautechnik zielgerichtet ein, um ein komplexes Geflecht von Anforderungen in einem schlüssigen Gesamtbild zu erfüllen. Die Analogie wird bis ins Detail fortgeführt, bleibt allerdings architektonisch. Die "Brandung" als zweites Grundelement bildet hierzu den denkbar größten Gegensatz: Sie umspült den Fels, der aus ihr heraus ragt. Die Badelandschaft wird von einer leichten Hülle umschlossen, die ein Gefühl von Offenheit und Weite vermittelt, was die Intimität der "Felsenhöhlen" kontrastierend ergänzt. Die Transparenz der gleichmäßig umlaufenden Glasfassade wird in der Dachfläche in Form einer Pneukissen-Konstruktion fortgeführt. Das pneumatische Dach aus transparenter EFTE-Folie, in dem sich autarke Elemente zu einer Gesamtform addieren, verbindet physische wie visuelle Leichtigkeit mit gleichmäßiger natürlicher Belichtung und raumklimatischen Vorteilen. Ihre bewegte Geometrie erinnert an die Wellenstruktur eines Meeresspiegels. Das Zusammenspiel der beiden macht den Fels in der Fernsicht zur "Insel" - dem Symbol der Sehnsucht, von Freizeit, Wohlbefinden und Erholung schlechthin.

Referenz

Stadtplanungsamt Mönchengladbach



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